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6. MOJO BLUES PARADE
Wien, Innenhof - Finanzamt Josefstadt
Sa, 10. Juni 2006
Eric Trauner hatte wieder mal den richtigen Riecher, was die Terminsetzung, aber auch was die Musikerauswahl für die 6. Mojo Blues Parade betrifft.
Rechtzeitig zur Parade wurde das Wetter einigermassen schön und einem wunderschönen Blues-Abend im Innenhof vom Finanzamt Josefstadt, steht nichts mehr im Wege.
Die letzten Hindernisse, die auch durch die derzeit stattfindende Fussbal WM entstanden, hat Eric Trauner in letzter Minute durch seinen aufopfernden Einsatz, pravourös gelöst.
So konnte er ein ganz Wien kein Bühnendach auftreiben aber irgendwie hat es dann doch geklappt. Auch den durch die vielen WM-Feste entstandenen Bier Engpass, bekam er in letzter Minute in den Griff.
Eines sei noch gesagt, bevor ich mit dem Bericht anfange:
Was Eric Trauner mit seiner Liebe zum Blues hier geschaffen hat, ist sicher harte Arbeit aber es zeigt, dass er recht hat und dass er seine Sache gut macht und die Wiener Blues-Fans den Blues genauso lieben wie er.
Denn trotz der Unsicheren Wetterlage und trotz der Fussball-WM, gab es Heuer neunen Besucherrekord.
Um keinen der Bands die undankbare Aufgabe den Abend zu Eröffnen zuzuteilen, fängt normalerweise die Mojo Blues Band an und spielt zwei oder drei Lieder. Da aber Eric Trauner am 26. Mai seine zweite Solo-CD "A Scarecrow´s Moan" (erschienen auf EDEL-Austria) auf den Markt brachte, hielt er es für eine gute Idee diesen Abend zu nutzen um hier seine neue Solo-CD offiziel vorzustellen und spielte zwei Nummern daraus.
Nur auf der Akustischen Gitarre begleitet, zeigte er uns sein Können auch als Solo-Künstler. Der akustische Blues mit seinem unerschöpflichen Variantenreichtum war es auch, der ihn seinerzeit als 16-jährigen Teenager motiviert hat, selbst in die Saiten zu greifen. so kehrt er immer wieder gerne zu seinen musikalischen Wurzeln zurück und spielte uns den Blues wie man ihn vor fünfzig Jahren in Amerika auf der Veranda spielte kombiniert mit den heutigen Einflüssen und den Erfahrungen der letzten Jahre.
Seine Gitarren-Solos spielt er äusserst perfekt und mit so viel Freude, dass er die schwere Aufgabe als Solo-Künstler den Abend zu eröffnen hervorragend meisterte und zog die zahlreich erschienen Blues-Fans gleich von Haus aus in seinen Bann.
Und um dieses Interesse nicht zu unterbrechen, holte er nach seinem Auftritt gleich die nächste Band auf die Bühne.
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The King Bees
Eugen Pernkopf (voc.), Herbert "Herby" Dunkel (guit.,bottleneck guit.,voc.), Johannes Durst (guit. voc.), Ali Nebel (bass.), Reinhard Dlapa (drums), Christian Sandera (harp)
Die King Bees wurden 1994 in Wien von lauter erfahrenen Musikern gegründet um den Blues und die Rockmusik nach ihrem Geschmack am Leben zu erhalten.
Wir hörten eine Mischung aus Blues, Rhythm & Blues, mit einem Hauch von Boogie und country.
Der sänger der Band hat eine exzelente und Variantenreiche Bluesstimme, die er manchmal dezent aber auch, wenn es darauf ankommt, recht heftig und mit sehr viel Einsatz einsetzt.
Wenn es darum geht, den guten alten Country Blues zu singen übernimmt schon mal Herbert Dunkel oder auch Johannes Durst den Gesang.
Alles in Allem eine hervorragende Band, ohne viel Schnorkeln aber die uns den Rhythm & Blues der 50er und 60er Jahre mit Leidenschaft und Hingabe und natürlich mit der nötigen Erfahrung spielte.
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The Crazy Hambones
Henry Heggen, USA-Hamburg (voc.,harp), Peter Krause, München (voc. guit.), Michael Maass, Berlin / (voc.,drums)
Die "Crazy Hambones" spielten uns einen recht originellen Blues den man eher zwischen Memphis und Chicago hörte.
Vorbilder der drei Musiker aus Berlin, München und USA, waren Thypen wie Walter Horton, Little Walter aber auch Muddy Waters.
Da man Blues aber nicht imitieren kann um echt zu sein, so die Crazy Hambones, haben sie sich auf ein tolles Abenteuer eingelassen und spielen eine Mischung aus den konventionellen Blues und eigenen Ideen und Einflüssen.
Jedoch bleiben sie dabei, trotz ihrer Abenteuerlust, immer am Boden lassen den Blues dort wo er hingehört und spielen ihn ohne viel getöse. Nur mit Gitarre, Harmonika und einfachen Schlagzeug.
Und die Früchte dieser schönen Arbeit, dem Puplikum gefällt dieses Abenteuer. Das hat man bei der Parade deutlich gesehen.
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Siggi Fassl's Tribute To Jerry Lee Lewis
Siggi Fassl (guit.,voc.), Charlie Furthner (piano), Robert Hacker (guit.), Michael Hudec (bass),Didi Mattersberger (drums)
Dieses Projekt war ursprünglich als Geburtstagsgeschen an Siggi Fassl´s Vater gedacht, der als echter Jerry Lee Lewis Fan gilt.
Zu diesem Anlass, bat Siggi ein paar befreundete Musiker mit ihm einige Jerry Lee Lewis Nummern einzustudieren und ihm bei diesem besonderen Geburtstagsgeschenk zu unterstützen.
Neben den bekannten Lewis-Gassenhauern, hörten wir aber auch eher selten gehörte und nur den Lerry Lee-Fans bekannten, Country-Balladen.
Siggi Fassl, der ursprünglich ein Anhänger des guten alten Rock´n´Roll war, wo man ihn früher auch des öfteren im alten Papas Tapas und im benachbarten und legendären Wulitzer zu sehen war, wurde erst im laufe der Jahre von Erik Trauner zum Blues verführt und kehrt hier sozusagen zu seinen Wurzeln zurück.
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Vince Weber
Vince Weber, Hamburg (voc.,piano), Peter Müller (drums)
Der Blues- und Boogie Man aus Hamburg begleitete sich selbst ausnahmsweise am E-Piano, welches ihm freundlicherweise von Charlie Furthner zur Verfügung gestellt wurde.
Als 10jähriger begann er zu Klavierspielen und fand bald seine Liebe zum improvisieren von Blues- und Boogie Klassikern. Inspiriert wurde er unter anderem von Lightnin' Hopkins, Champion Jack Dupree, Taj Mahal und vielen anderen Blues Grössen.
Doch seine Liebe und Begeisterung für diese Musik, liessen ihn nicht beim improvisieren. Schon bald bekam er seine ersten Auftritte in den einschlägigen Hamburger Kneipen.
1976 dann das erste Album "The Boogie Man", für das er den deutschen Schallplattenpreis erhielt. Im laufe der Jahre folgten vier weitere Alben und 1995 von allen seinen Alben die besten Stücke auf zwei CD´s "The Best Yet".
In dieser Zeit durfte er auch mit Leuten zusammenspielen wie: Big Joe Williams, Abi Wallenstein, Henry Heggen, Axel Zwingenberger, Jay Mc Shann, James Booker, Chuck Berry und Champion Jack Dupree.
Auch bei dem Auftritt auf der Mojo Blues Parade, bekamen wir einen Eindruck über den Schaffensbereich dieser Jahre und welch tolle Eindrücke diese Erfahrungen dieser Jahre hinterlassen haben.
Dieser äusserst sympatische Hamburger, hat uns genau wie alle anderen Musiker, einen wunderschönen Abend bereitet.
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MOJO BLUES BAND
Erik Trauner (voc., guit., harp) / Siggi Fassl (guit./voc.) / Herfried Knapp (bass) / Silvio Berger (drums.) / Charley Furthner (key.)
Der absolute Höhepunkt des Abends war aber, wie üblich, der Auftritt der Mojo Blues Band.
Und es war wirklich und zurecht der Höhepunkt der Parade. Und ich getraue mich zu sagen, ohne all die anderen hervorragenden österreichischen Bands zu unterschätzen oder zu beleidigen (das liegt mir fern), dass die Mojo Blues Band nicht nur die Beste Blues Band in Österreich ist sondern die Beste Band überhaupt.
Sie spielen mit so viel Freude und Spas am Blues, dass es auch eine Freude ist zuzuschauen und wenn ich mich so umsah, sah ich nur lachende und glückliche Gesichter.
Manche tanzten, manche schauten einfach nur zu aber alle waren glücklich wenn der sonst eher solide Charley Furthner bei einem schwungvollen und tollen Blues-Sound auf seinem Keyboard über sich hinauswächst.
Oder Siggi Fassl bei einem Gitarren-Solo ganz vorne am Bühnenrand steht und ein fetziges Solo hinlegt und dabei immer lächelt und mit dem Puplikum aber auch mit seinen kollegen kokidiert.
Und natürlich Mister Blues persönlich "Eric Trauner". Wiedermal sah man bei einer Blues Parade einen überglücklichen Erik Trauner und man sah ihm die Freude, dass dieser Aben gut über die Bühne ging und es keine grösseren Pannen gab, regelrecht an.
Die ganze Arbeit und Mühe die ein Veranstalter eines solchen Festes auf sich nimmt war plötzlich vergessen und dieser Auftritt mit seinen Freunden, so hatte man das Gefühl, war der verdiente Lohn dieser harten Arbeit der letzten Tage.
Er war locker wie eh und je. Sang und spielte den Mojo-Blues mit solch Freude und hatte immer einen Scherz auf Lager.
Der Rest der Band liess sich natürlich anstecken und so erlebten wir eine ausgelassene Mojo blues Band und einen Abend, den man nicht so schnell vergessen wird.
Zum Schluss holte er noch einen Teil der anderen Bands auf die Bühne wie Didi Mattersberger, Johannes Durst, Vince Weber, Robert Hacker und noch einige andere.
Als Eric unter den Zusehern auch Al Cook sah, bat er ih auch noch dazu uind der liess sich nicht lange überreden und bot uns eine tolle Show. Er sang, spielte Luftgitarre und zum Schluss hängte er sich noch die Gitarre von Eric Trauner um.
so brachten sie alle gemeinsam den Abend zu einem absolut guten und rockigen Ende.
Und wiedermal hat es Eric Trauner geschaft, diesen Abend zu einem Blues-Höhepunkt diesen noch relativ jungen Jahres, zu machen.
Da bleibt einem nicht anderes übrig, als zu gratulieren und zu hoffen, dass es nächstes Jahr wieder eine "Mojo Blues Parade" im Innenhof des Finanzamtes Josefstadt gibt.
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Konzertbericht & Fotos: (c) by Roli www.rolis-rocknblues.at
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