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Georg Danzer ist tot
Danzer wurde am 7. Oktober 1946 in Wien geboren. Mit dreizehn begann er nicht nur zu rauchen, sondern auch Gitarre zu spielen. Seine erste Single, "Vera", erschien 1968. Erfolge feierte Danzer jedoch zuerst als Songschreiber für Wolfgang Ambros, Marianne Mendt oder Wilfried. Die Single und gleichnamige LP "Tschik" sorgten für Aufmerksamkeit, und nach den weiteren LPs "Honigmond" und "Der Tätowierer und die Mondprinzessin" veröffentlichte Danzer einen Song, der bis heute nachwirkt: Die Hawelka-Hymne "Jö schau" erschien 1975 und wurde im Jahr darauf vergoldet.
Das Lied brachte neben Danzer auch dem Cafe bisher unerreichte Bekanntheit - und der Legende nach nicht nur Freude bei der Kaffeehausbesitzerin Josefine Hawelka und Danzer. Doch Danzer widersprach: "Das glaub' ich nicht. Nach dem ersten Hunnensturm, wo in Bussen die Leute aus der Provinz gekommen und mit Gummistiefeln durch das Lokal gewandert sind, hat sich der Rummel wieder gelegt. Wann immer ich ins Hawelka kam, war Frau Josefine ausnehmend nett zu mir", sagte der Sänger in einem Interview.
Deutschland und der "neue" Danzer
Jahre in Deutschland folgten: Dort formiert sich die Danzer-Band, entstand der "Wixerblues" und das "Morgenrot" von Danzers Karriere. 1980 nahm auch Österreich wieder Notiz vom "neuen" Danzer, der sich zunehmend als Songschreiber profilierte. Ausverkaufte Live-Tourneen, gut ankommende Plattenveröffentlichungen ("Ruhe vor dem Sturm"), private Veränderungen (Scheidung von seiner ersten Frau Dagmara) und finanzielle Troubles nach dem Untertauchen seines Managers sowie, für die Produktion von "Weiße Pferde", eine neue Band bestimmten die folgenden Jahre. Nachdem die Plattenfirma den Vertrag nicht verlängerte, zog Danzer nach Hamburg und widmete sich dort Übersetzungen aus dem Spanischen.
1990 war Danzer öfters "Wieder in Wien", wie auch die damals erscheinende LP und Tour hieß, bevor er 1994 wieder ganz hierher übersiedelte. Theaterauftritte, Buchveröffentlichungen und einen Ausflug ins englischsprachige Liedgut gab es rund um den 50er im Jahre 1996. Im Jahr darauf stand Danzer erstmals mit Rainhard Fendrich und Wolfgang Ambros als "Austria 3" auf der Bühne, eine Erfolgsstory folgte.
"Dass in mir eine Krankheit schlummerte, war mir nicht bewusst."
Danzer schrieb in Folge Drehbücher, engagierte sich für "SOS Mitmensch", veröffentlichte Longplayer wie "13 schmutzige Lieder", "Persönlich" oder das in den USA aufgenommene "Von Scheibbs bis Nebraska" (die Danzer zum "Ehrenscheibbser" werden ließ) und, zuletzt, "Träumer". Die Veröffentlichung dieses Longplayers, Danzers bisher 40., erhält einen bitteren Unterton: Denn Danzer gab bekannt, dass bei ihm ein Lungenkarzinom diagnostiziert wurde. Bei den Aufnahmen zu "Träumer" im Juni hat er sich matt gefühlt, "ich hatte das Gefühl, ich arbeite zuviel, schlafe zu wenig. Ich war erschöpft und überarbeitet und wusste nicht warum", schilderte der Austropop-Barde gegenüber der APA. "Ich habe mir gedacht: Georg, du wirst alt. Damit musst du dich abfinden. Dass in mir eine Krankheit schlummerte, war mir nicht bewusst."
Gestern, am 21. Juni, starb Georg Danzer im Alter von 60 Jahren in Wien an den Folgen seiner Krebserkrankung. Österreich trauert um eine Größe in der heimischen Musikszene.
Zum Schluss ein paar persönliche Worte von mir:
Georg Danzer begleitete mich seit meiner Jugend mit seiner Musik.
Seine Lieder hatten mich berührt, zum lachen gebracht oder zum nachdenken angeregt.
Doch am glücklichsten war ich immer nach einem seiner zahlreichen Konzerte, die ich besuchte.
Dafür danke ich Georg Danzer und übermittle seinen Angehörigen mein tiefstes Beileid.
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Quelle: www.kurier.at/
Foto: © by Franz Christian Schwarz
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